Sonntag 19 September 2021

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  • Ringschal Sutherland

    Variation des traditionellen Spinnen- und Diamantmusters aus Unst

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Die Tradition des Lacestrickens kam im 19. Jahrhundert von den Shetlandinseln nach England.

Von 1836 an begannen Frauen grundlegende Muster, die bis dahin nur mündlich überliefert wurden, zu sammeln und aufzuschreiben. Queen Victoria selbst war eine begeisterte Strickerin und Anhängerin der Shetland Lace Strickerei. Sie war für die jungen Frauen ihrer Zeit ein Vorbild und machte so das Lace stricken populär. Daraus wurde eine Modewelle, in der alles gestrickt wurde, was nur gestrickt werden kann, zum Beispiel Geldbörsen, Strümpfe, Mützen, Teewärmer, usw. Strickvorschriften füllten die Frauenmagazine dieser Zeit und die ersten Strickbücher, z.B. von Ms. Lambert und Mrs. Jane Gaugain wurden publiziert. Mrs. Jane Gaugain spielte eine besondere Vorreiterrolle, da sie als erste Abkürzungen für die einzelnen Maschen und Figuren verwendete. Das war eine Pionierleistung auf dem Weg zu unseren heutigen Strickschriften. Ab 1886 erschien die monatliche Zeitschrift "Weldon's practical needlework", die sich mit allen Arten von Handarbeit beschäftigt. Auch diese Zeitschrift ist eine Fundgrube für viktorianische Strickmuster

Der Begriff Lace bezeichnet eine Art zu stricken, bei der das Strickstück Löcher enthält. Diese Löcher entstehen durch den Wechsel von zusammengestrickten Maschen und Umschlägen. Kennzeichnend für das Lace stricken ist auch, daß diese Löcher auf der Hin- und der Rückreihe gearbeitet werden. Werden sie nur auf der Hinreihe gearbeitet, spricht man von "lacy knitting". Im viktorianischen England war man sehr naturverbunden. Das kommt in den Motiven, die aus Blättern, Farn, Rosetten und Blüten bestehen zum Ausdruck. Die zauberhaften Blüten- und Blättermuster machen den Reiz der viktorianischen Lacestrickerei aus. Durch die Lochreihen in Hin- und Rückreihe wirken die viktorianischen Muster sehr filigran und federleicht. Die Kombination filigraner Blüten- und Blättermuster mit den dazu passenden hauchzarten Garnen lassen wahre Schätze der Strickkunst entstehen.